Ran an die Rührschüssel! Warum es sich lohnt Joghurt selbst zu machen

von Sandra Vartan

Vielleicht fragen Sie sich das ja auch: Wieso sollten Sie sich die Mühe machen, einen eigenen Joghurt anzurühren, wenn die Auswahl an Milchprodukten im Supermarktregal doch so riesig ist, dass eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte? Die Frage ist durchaus berechtigt und die Produktvielfalt tatsächlich so enorm, dass wir manchmal das Gefühl haben, beim Anblick von Joghurts in allen nur erdenklichen Geschmacksrichtungen und Varianten vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu stehen. Die ausladenden Kühlregale sind prall gefüllt mit kleinen und großen Bechern von kleinen Biohöfen und altbekannten Molkereiriesen, neben Magerprodukten mit 0% Fett stehen sahnig-cremige Varianten aus normaler Milch, Soja- oder sogar Ziegenmilch. Und auch geschmacklich ist vom angeblichen Naturjoghurt über Klassiker mit Erdbeere oder Vanille bis zu saisonalen Exoten wie Sommertraum oder Hüttengaudi alles dabei.

Also, noch einmal zurück zu unserer Ursprungsfrage: Warum Joghurt selbst machen?
Dafür gibt es viele Gründe – darunter natürlich auch die Tatsache, dass Sie wie bei allen selbstgemachten Produkten ganz genau wissen, was drin steckt und über die individuelle Zubereitung selbst entscheiden können. Das ist im Fall von Joghurt aber längst nicht alles!
Über die vielen Vorteile der eigenen Herstellung habe ich mit Jens Bischkopf (im Interview JB), Geschäftsführer von Spinnrad® und früherer Inhaber eines Reformhauses, gesprochen. Er widmet sich schon seit Jahrzehnten dem Thema gesunde Ernährung und klärt uns auf, warum es sich lohnt, seine eigenen Milchprodukte herzustellen. Außerdem erklärt er, wieso ein gesundes Frühstück tatsächlich die wichtigste Mahlzeit des Tages sein sollte und welchen Anteil Joghurt an einem gesunden Immunsystem haben kann. Und nebenbei erfahren Sie sogar auch noch, wie Sie damit Geld sparen können.

Hier das Interview:

  • Was sind die Vorteile von selbst gemachtem Joghurt gegenüber herkömmlichen Produkten?
    JB: Die wichtigsten Gründe sind die enormen Qualitätsunterschiede, also das was in einem Joghurt aus eigener oder herkömmlicher Herstellung steckt, und natürlich der Geschmack. Ein selbst gemachter Joghurt schmeckt wie früher, als die Milchprodukte noch frisch vom Bauern kamen und nicht pasteurisiert waren. Außerdem enthält er alles, was ein Joghurt eigentlich ausmacht – und das sind vor allem die gesunden Milchsäurebakterien, die wichtig für unsere Darmflora sind. In einem pasteurisierten Joghurt aus dem Kühlregal sind diese leider nur noch in sehr geringer Menge enthalten, weil die meisten Bakterien durch das vorherige Erhitzen der Milch abgetötet wurden. Und natürlich wissen wir in einem selbst gemachten Joghurt ganz genau was enthalten ist und können auf jegliche Hilfsmittel wie Stabilisatoren und Aromastoffe sowie unnötigen Zucker – der in industriellen Produkten leider auch in großen Mengen versteckt ist – verzichten. Und zu guter Letzt ist die Herstellung von einem Liter Joghurt  auf Dauer gesehen auch noch preiswerter als der Kauf von mehreren kleineren Fertigprodukten.
  • Wie lässt sich Joghurt zuhause selbst anrühren und was wird dafür benötigt?
    JB: Die Herstellung ist ganz einfach. Für einen Liter Joghurt wird ein Liter Milch verwendet, am besten Bio-Milch oder laktosefreie Milch mit 3,5 oder 3,8 % Fettanteil. Die Milch wird in einem Topf auf ca. 40 Grad erwärmt, dann werden die Kulturen untergerührt. Für einen besonders cremigen Joghurt kann noch etwas Magermilchpulver hinzugefügt werden und auf Wunsch verschiedene Ballaststoffe wie Inulin oder Gummar ergänzt werden. Zum Schluss kommt alles in den Joghurtbereiter und wird darin 8 bis 9 Stunden fermentiert. Wichtig ist dabei, dass das Gerät nicht bewegt wird – sonst bleibt der Joghurt flüssig.
    Seit ein paar Wochen ist die Herstellung von Joghurt durch unsere neuen Kulturen sogar noch einfacher geworden und gelingt ganz sicher. Außerdem bieten wir praktische Starterkits an, die alles enthalten, was für ein gesundes Frühstück benötigt wird.
  • Warum ist gerade das Frühstück so wichtig für eine gesunde Ernährung?
    JB: Ein gesundes Frühstück bildet die Basis für eine ausgewogene Ernährung und eine intakte Darmflora. Selbst gemachter Joghurt ist dafür die ideale Grundlage, weil die darin enthaltenen L+ Milchsäurebakterien wie Heinzelmännchen in unserem Darm wirken: Sie bauen die Darmschleimhaut auf, schützen uns vor krankheitserregenden Bakterien und wirken sich positiv auf unsere Verdauung, das Immunsystem und den gesamten Organismus aus. Mein Tipp für ein gesundes und schmackhaftes Frühstück: den selbst gemachten Joghurt mit einer ballaststoffreichen Getreidemischung (am besten geschrotetes Sechskorngetreide aus dem Biomarkt, das über Nacht eingeweicht wird) und Obst oder Gemüse der Saison kombinieren. Die Joghurtmischung lässt sich schnell und einfach vorbereiten, enthält wichtige Nährstoffe, macht stundenlang satt und schmeckt. Zukünftig werden wir auch eine eigene 6-Korn Plus Getreidemischung anbieten, die von den Spinnrad® MitarbeiterInnen zusammen ausgesucht wurde. Als Schrot- oder Flockenmischung kann jeder nach seinem Geschmack sein Lieblings-Frühstück zubereiten.

Mein Fazit: Der selbstgemachte Joghurt mit eingeweichten Getreideflocken oder -körnern ist tatsächlich ein schnell zubereitetes und leckeres Frühstück, das lange satt hält. Das Sättigungsgefühlt hält problemlos bis zur Mittagszeit an – meiner Erfahrung nach viel länger als eine belegte Scheibe Brot oder ein herkömmliches Müsli! Mein Favorit für alle Jahreszeiten ist die eingeweichte Joghurt-Getreidemischung mit geriebenem Apfel und ein paar zerkleinerten Nüssen, ähnlich eines Bircher Müslis. In der warmen Jahreszeit schmecken aber auch frische Beeren, Pfirsiche oder Aprikosen sehr gut dazu.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit der Herstellung von selbst gemachtem Joghurt? Oder besondere Tipps, die Sie uns gerne verraten würden? Dann freue ich mich auf Ihre Kommentare und Anregungen!

Herzliche Frühlingsgrüße und viel Spaß beim Ausprobieren!
Ihre Sandra Vartan 

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