Spinnrad® Joghurtkulturen auf Abwegen

Wie LaBiDa auf die Philippinen kam

Seit 2013 lebe ich, Thomas Füssel, dauerhaft auf einer der mehr als 7.000 Inseln der Philippinen. Eigentlich ist alles wunderschön hier, nur einen ganz entscheidenden Nachteil hat dieses Land, wie auch das restliche Südostasien: Es gibt keine richtige Milchwirtschaft. Milch und Milchprodukte sind nur in einigen Metropolen und zu überteuerten Preisen erhältlich: So kostet beispielsweise ein 500 ml Becher Naturjoghurt eines bekannten Herstellers hier umgerechnet 2,50 Euro, der Liter H-Milch etwa 1,60 EUR. Käse gibt es nur als Analogkäse aus Palmöl und Chemikalien zusammengemischt, Mozzarella hat mit dem italienischen Original nicht viel mehr als den Namen gemeinsam. Die hier erhältliche Variante ist ein quaderförmiger Käse, der in Konsistenz und Geschmack an abgepackte Streichkäseecken erinnert.

Ich war jedoch schon immer ein großer Joghurt-, Quark- und Frischkäse-Fan und bin aus der Not heraus wegen mangelnden Milchprodukten in meiner neuen Heimat auf die Homepage von Spinnrad® gestoßen. Zu allererst habe ich mich mit dem Kontaktformular an die Firma gewandt. Dort hat man mein Problem erkannt und mir unbürokratisch einen Brief mit Milchsäurebakterien per Post zugeschickt. Diese kamen dann auch allen Unkenrufen zum Trotz sechs Wochen später unbeschadet hier an. Ich war total gespannt, habe eine Tüte Milch gekauft und den ersten Versuch gewagt. Geschmacklich ein Erlebnis, nur war die Konsistenz ein wenig zu flüssig. Beim zweiten Versuch habe ich dann noch zwei Esslöffel Magermilchpulver untergerührt und schon war alles perfekt.

Seit meiner Ernährungsumstellung 2008 ernähre ich mich sehr bewusst und wähle Lebensmittel sorgfältig aus. So entscheide ich zum Beispiel erst nach genauer Betrachtung der Inhaltsangaben im Kleingedruckten auf der Rückseite der Verpackungen, ob ein Artikel in meinen Einkaufswagen wandert oder im Regal bleibt. Geschmacksverstärker, Hefeextrakt, Glukosesirup, Zucker, Süßungsmittel, Aromen und etliche E-Nummern sind für mich Ausschlusskriterien. Eine der vielen positiven Auswirkungen meiner Nahrungsumstellung ist übrigens eine deutliche Reduzierung meines Körpergewichtes von 117 kg auf 80 kg.

Bei der hier erhältlichen H-Milch kann man eigentlich keine Fehler machen. Sie ist pasteurisiert, fertig. Wer aber meint, der Naturjoghurt eines namenhafter Hersteller ist auch wirklich natürlich, der täuscht sich gewaltig: Stabilisatoren, Zucker und vieles mehr sind zugesetzt. Deswegen rühre ich mir einen echten Naturjoghurt lieber selber an und weiß, was drin ist. Die Milchsäurebakterien von Spinnrad® schlummern nach ihrer langen Reise und temperaturbedingter Schwankungen nun in meinem Eisfach. Das Haltbarkeitsdatum ist zwar schon überschritten, sie funktionieren aber immer noch wie am ersten Tag.

Da Milch auf den Philippinen nicht überall verfügbar ist und nur als teure Importware aus Neuseeland angeboten wird, organisiere ich mir diese wie andere Produkte auch aus Deutschland. Über eine Onlinebestellung bei einem Discounter lasse ich sie zu einem deutschen Spediteur liefern und an meine Adresse auf den Philippinen berechnen. Der Spediteur lädt diese Kisten dann als Beiladung in einen Container und etwa sechs Wochen später ist dieser dann in einem Lager auf der Nachbarinsel. Dann wird der Container entladen und der Inhalt an die Kunden verteilt. Somit stehen meine Waren spätestens acht Wochen nach Bestellung in Deutschland vor meiner Haustür.

Der lange Transport mit zweimaligem Kreuzen des Äquators eignet sich natürlich nicht für alle Arten von Lebensmitteln, vor allem nicht für Frischware. Die meisten Produkte, die mir aus der Heimat zugeschickt wurden, sind aber heil angekommen. Lediglich eine vakuumverschweißte Leberwurst ist einmal explodiert, ein Ring Fleischwurst roch merkwürdig und ein Glas Rollmöpse hat sich in eine undefinier-
bare dunkelbraune Soße zersetzt. Damit hielten sich die Verluste jedoch in Grenzen und ich weiß jetzt genau, was geht und was nicht.

Meine vorletzte Lieferung im Januar bestand unter Anderem aus 50x 1-Liter-H-Milch und 40 Stück Butter – letztere wurde (dank mitdenkenden Mitarbeitern) sogar in eine Styropor-Kiste gepackt, damit sie bei heißen Temperaturen nicht auslaufen und andere Sachen beeinträchtigen kann. Die Butter wurde hier eingefroren und die H-Milch und Sahne stehen ungekühlt im 30° C warmen „storage room“. Langsam neigen sich unsere Vorräte an Milch (wegen laufender Herstellung von Joghurt, Quark und Frischkäse) dem Ende entgegen, aber Nachschub ist schon auf dem Weg. Natürlich kann man auch ohne deutsche Importware leben, aber man muss sich dann schon sehr einschränken und liebgewonnene Spezialitäten wie gebratene Blutwurst mit Sauerkraut und Kartoffelbrei würden fromme Wünsche bleiben.

Meine Frau und ich haben uns hier ein schönes Leben aufgebaut. Als leidenschaftlicher Sporttaucher habe ich bereits zahlreiche Riffe und Meeresbewohner erkundet. Nach meinem tausendsten Tauchgang habe ich aufgehört mein Logbuch zu führen. Alles in Allem leben wir glücklich und zufrieden nach europäischen Standard und selbst die Filipinos, die keinen wirklichen Bezug zu Milchprodukten haben, freuen sich wie kleine Kinder, wenn ich dank Spinnrad® manchmal einen Quarkkuchen backe. Nur sind darin dann keine Äpfel, sondern Mangos oder Ananas, was dem deutschen Traditionskuchen eine exotische Note verleiht.

Auf Produkte von Spinnrad® möchte ich nicht mehr verzichten, denn nicht nur die bereits erwähnten Köstlichkeiten, sondern auch hervorragende Dips und Soßen lassen sich damit zaubern – für jemanden wie mich, der keine Fertigprodukte mag, genau das Richtige!

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