Kokos – von Kopf bis Fuß und aufs Brot!

Am Anfang war es eine harte Nuss. Inzwischen findet sich die exotische Frucht in fast jedem Haushalt – verarbeitet in ganz unterschiedlichen Produkten wie Kokosöl, Kokosmüsli oder Kokosshampoo. Jedes dieser Produkte hat sicherlich seine Vorteile, egal ob in Sachen Geschmack oder Pflege. In diesem Artikel soll es aber nicht um einzelne Produkte gehen, sondern darum, was mit dem Alleskönner Kokosnuss alles möglich ist.

Die Kokosnuss ist gar keine Nuss

Ein wenig Allgemeinwissen vorab: Die Kokosnuss ist botanisch gesehen gar keine Nuss, sondern eine Steinfrucht, die auf den Kokospalmen (lat. Cocos nucifera) wächst.

Die braune Frucht, die bei uns im Handel erhältlich ist, ist eigentlich nur der Kern der Kokosnuss, der geschützt von faserigen Schichten das Innere der Pflanze darstellt. Die drei bekannten Punkte sind dabei die Keimlöcher, wovon nur ein Keim zu wachsen beginnt. Die anderen beiden Keimlöcher verhärten. Wie daraus Kokoswasser entnommen werden kann und wie sich Kokosnüsse am einfachsten öffnen lassen, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Wie wir wissen, wachsen die süßesten Früchte meist auf den höchsten Bäumen. Da macht auch die Kokosnuss keine Ausnahme. Um an sie heranzukommen, muss entweder abgewartet werden, bis der Reifeprozess abgeschlossen ist und sich der Baum auf natürliche Weise seiner (über-)reifen Früchte entledigt (in Deutschland dürfte man sich solch einer Ansammlung von Kokospalmen vermutlich nicht ohne zertifizierten Schutzhelm nähern) oder man muss hoch hinaus. Erste Variante bedeutet allerdings, dass die Menge der B-Ware vermutlich deutlich höher wäre als die Ausbeute an intakten und heilen Früchten. Die zweite Variante ist wohl eher etwas für geübte Kletterer. Denn eine Kokospalme hat nur wenig mit dem Apfelbaum im Garten gemeinsam. Hier gibt es keine helfenden, verzweigten Äste, die einem den Anstieg auf bis zu 30 Metern erleichtern. Oben angekommen, müssen die Früchte durch ein scharfes Messer vom Baum getrennt und dann fallen gelassen werden. Da der Reifeprozess noch im Gange ist, halten die Früchte diesen rasanten Abgang durchaus aus.

Wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss geklaut? In Thailand, Malaysia und Indonesien werden für diese Arbeit teilweise dressierte Makaken eingesetzt – eine kleine, clevere Affenart, welche die Kokosernte eher spielerisch nehmen. Gut dressierte Äffchen sind dort integrierte und gesellige Familienmitglieder, deren Besitz mit dem eines Arbeitselefanten vergleichbar ist.

Ob Körper, Geist, Mensch, Tier oder Garten – Kokos bietet für jeden etwas

Warum die Kokospalme auch „Baum des Lebens“ in ihren Ursprungsländern genannt wird, liegt auf der Hand: Aufgrund Ihrer positiven Eigenschaften, bedingt durch ihren Fett-, Vitamin- und Eiweißgehalt, stützt die Kokosnuss die gesundheitliche Konstitution. Sie zählt zu den Selen-haltigsten Lebensmitteln  und ist dank ihrer gesättigten Fettsäuren aus Laurin-, Olein- und Caprylsäure extrem hochwertig. Fette bedeuten ja nicht immer eine Gefahr. Sie sind in erster Linie Energielieferanten und Lösungsmittel für viele Vitamine, die der Körper benötigt. Wie so oft gilt aber natürlich auch bei „guten“ Fetten – auf die Menge kommt es an.

Die Kokosmilch findet man nicht direkt in der Frucht. Sie wird durch Pressung des Fruchtfleisches gewonnen und gilt in ihren Heimatländern als Stärkungsmittel oder gar als Aphrodisiakum.

Die Kokosnuss wird von Wissenschaftlern als vollständiges Lebensmittel eingestuft, da man mit ihr als einziges Lebensmittel wochenlang ohne Mangelerscheinungen überleben kann. Bei uns ist das allseits bekannte Kokosöl, vor allem als kalt gepresste Bio-Qualität, zum Kochen und Backen, Braten und Verfeinern von Gerichten besonders beliebt. Es muss aber nicht immer ein klassisches Kokos-Curry-Gericht sein, in dem das Öl zum Einsatz kommt. Probieren Sie es doch einfach mal als leckeren Butter-Ersatz auf Ihrem Brötchen aus.

In der Kosmetik wird Kokosöl in Lippen-, Haut- und Haarpflege eingesetzt – entweder kalt gepresst oder raffiniert, mit nahezu keinem Eigengeruch. Die pflegenden Eigenschaften bleiben  aber dennoch weitestgehend erhalten. Kokoswasser ist als Erfrischungsgetränk, Energielieferant oder Ergänzung in Smoothies oder Säften unkompliziert, schmackhaft und vielseitig verwendbar.

Wer es exotisch mag, wird Kokos lieben. Ob dominant oder eher dezent, auf Haut, Haar oder zum Verzehr: Kokos hat für jeden Etwas. Einzig und allein die Vielseitigkeit könnte uns vor Probleme stellen: Wo fang ich an und wo höre ich auf? Aber lieber so den Kopf zerbrechen als von einer herabfallenden Kokosnuss.
In diesem Sinne: „Wo gibt’s die Kokosnuss, wo gibt’s die Kokosnuss, wo gibt’s die Kokosnuss zum Kauf?“

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